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waren wir sogar so früh, daß wir auch den ersten Läufer noch vorbeirennen sahen.
Wir stellten uns, unser Schild und eine große Dose Gummibärchen (auch
Supportis wollen gut verpflegt sein) strategisch günstig vor der zu
überquerenden Landstr. und damit auch vorm Verpflegungsstand auf und
harrten der Leute, die da kommen sollten. Und auch hier konnten wir noch
und wieder feststellen: je weiter es "nach hinten" ging, desto
kommunikativer waren die LäuferInnen auf der Strecke. Achims Zeitvorgabe
auf meinem Supportzettel war "3:50 h bis 4:10 h" - und nach
ziemlich genau 3:48 h stand er vor mir - schon ein bißchen ausgelaugt
(schließlich stand gerade die Marathon-Schallmauer bevor), aber noch
guter Dinge.
Da unser nächstes Date schon für km 54,7 (Grenzadler) festgelegt war, machte ich mich auf den Weg, ohne auf die anderen p98er warten zu können. Ich überließ Guna die Glocke und eine Straßenkarte, schnappte mir den Rest der Ausrüstung und fuhr, entgegen meinen ursprünglichen Plänen, "unten rum" über Schmalkalden und Steinbach-Hallenberg zum Grenzadler. Wider Erwarten war nämlich die Landstraße bei km 40 nicht komplett gesperrt, die Polizei ließ immer dann Autos durch, wenn gerade eine Läuferlücke anstand, so daß ich diesen kürzeren Weg nehmen konnte. Die Nebenstraßen sind teilweise so schlecht, daß jeder gesparte km eine echte Zeitersparnis ist. Da oben war es schon ziemlich zugig, als ich ankam. Diesmal stand ich unterhalb der Verpflegungsstelle, was eine völlig neue Sichtweise des Läuferfeldes zuließ. Da es kurz hinterm Grenzadler offenbar schon deftig bergauf geht, hatten dort viele echt so richtig die Ruhe weg. Sie kamen, Wurstbrot kauend und diverse Getränke schlürfend, gemütlich gehend den Berg runter - und hatten auch noch und wieder Zeit für den einen oder anderen Wortwechsel mit den spärlichen Zuschauerreihen. Eine kleine Kostprobe dessen, was da ausgetauscht wurde gefällig? "Ich mache hier langsam, damit ich nicht zu früh in Schmiedefeld bin." - "Oje, was müßt Ihr von uns denken, was wir hier machen?" (meine Antwort: Ihr seid alles Verrückte ;-)) - "Ich hab' keine Lust mehr." - und mein absoluter Lieblingsspruch eines polnischen (?) Läufers, der den Namen Rasputin auf der Brust trug und den ich an den vorherigen Supportstellen auch schon angefeuert hatte: "Rasputin ist noch am Leben!" (und das alles sooo wundervoll mit Akzent gerollt, wie das Osteuropäer tun, wenn sie deutsch sprechen). Irgendwann kam auch Achim angezuckelt.. mit der Hand am Oberschenkel. Gerade, als er bei mir anhielt, fragte einer seiner Mitläufer, ob er einen Krampf habe, offenbar wollte er ihm helfen - super! Also erweiterte ich mein Verpflegungs- und Aufmunterungsprogramm noch um den Punkt "Oberschenkelmassage" und schickte Achim nach getaner Arbeit wieder auf den Weg. Umstehende Läufermütter wollten nicht, daß ich mit meinem Schellenring das Weite suche, aber das konnte mich natürlich nicht beirren. Ich rief ihnen ein "bei km 65 wieder" zu und setzte mich ins Auto. Nun kam der schwierigste Teil der Strecke auf mich zu. Da die direkte Straßenverbindung zur Schmücke (km 65 eben) wegen Straßenbauarbeiten voll gesperrt war, suchte ich mir meinen Weg über Oberhof nach Gehlberg und von dort zur Verpflegungsstelle an der Schmücke. Dieser Streckenabschnitt stellte sich als wirklich abenteuerlich heraus. Völlig zerrüttete Fahrbahnen, die teilweise so eng waren, daß der ganz normale Straßenverkehr mit lichtschrankengesteuerten Ampelanlagen geregelt werden mußte - die Straße war schlicht und ergreifend immer nur in eine Richtung offen. Wer als Erster an die Ampel kommt, hat, wie ein Schild androht, 15 min. Wartezeit. Zum Glück war ich nicht die Erste, sonst wäre es an der Schmücke ziemlich eng geworden für Achims letzte Bufferration. |
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