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Wenn’s
dem Läufer zu wohl wird, begibt er sich auch noch aufs Rad.... |
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Wenn in Frankfurt Nikolaus-Duathlon auf dem Programm steht, mischt sich Lauf- und Triathletenvolk zu einem großen Haufen Leute, die am 1. Advent sportlichen Spaß haben wollen. Die Triathlonabteilung des PSV Blau-Gelb Frankfurt rief – und etwa 400 folgten diesem Ruf, so viele wie noch nie zuvor, erstmals gab es Tage vorher nicht nur eine Starter- sondern auch noch eine Warteliste. Dieser 30. November war nicht nur der letzte Novembertag, sondern auch noch der mit dem schlechtesten Wetter. Von früh bis spät nieselte es und da es auch Tage vorher schon mehrfach geregnet hatte, waren die Wege im Niddapark, dem Bundesgartenschaugelände von 1989, teilweise ziemlich durchgeweicht. Start und Ziel sind am Sportgelände des PSV auf der Ginnheimer Seite des Niddaparks, gut zu erreichen mit Auto, U-Bahn und natürlich auch mit dem Rad. Das Gelände ist nicht ganz brett- aber dennoch ziemlich flach, Asphalt gibt es gar keinen, auf dem Sportplatz selbst wartete eine Tartanbahn auf die Duathleten. Eine Laufrunde mißt 2,5 km, eine Radrunde 7,5 km. Angeboten werden 2 Distanzen: der Jedermannduathlon über 2,5-15-2,5 km und die „Langdistanz“ für DTU-Startpaßinhaber über 5-22,5-2,5 km. Wer keinen Startpaß hat, kann eine Tageslizenz erwerben, die allerdings 8 € kostet, die für den Veranstalter nur einen durchlaufenden Posten darstellen, also zu 100% an die Deutsche Triathlon Union abgeführt werden müssen. So mancher Läufer begibt sich nur deshalb nur auf die Jedermann-Distanz, weil „für das bißchen mehr“ 11 € mehr (3 € Startgeld + 8 € Startpaß) ganz schön happig sind. Die meisten eingefleischten Triathleten dürften einen Startpaß ihr eigen nennen, die haben das Problem dann natürlich nicht. Und wer im Besitz eines Startpasses ist, kann laut Ausschreibung auch gar nicht in die Jedermannwertung kommen. Die Startgelder von 15 bzw. 18 € sind der Veranstaltung wohl angemessen, Triathleten sind nichts anderes gewohnt. Dafür bekommt man ein T-Shirt (dieses Jahr in Holland-Orange) und einen 5 €-Gutschein für den Rad- und Triathlonshop in Neu-Isenburg, neben dem Frankfurter Laufshop einer der beiden Sponsoren. Ab 9 h konnte man seine Startnummer abholen, um 10.30 h sollten eigentlich die Jedermänner starten. Aufgrund des großen Ansturms und des relativ späten Eintreffens vieler TeilnehmerInnen wurde der Start aber um knapp 20 min verschoben. Immerhin mußte jedes Rad auf seine Fahr- und vor allem Bremstauglichkeit überprüft und der erforderliche Helm gecheckt werden. Was man vorm Laufen her nicht kennt: bevor’s auf die Strecke geht, gibt’s erst noch eine sogenannte Wettkampfbesprechung, in der kurz die Strecke besprochen und das Wechselprozedere erklärt wird. Dann knallte der Schuß – und los ging’s. 2,5 km führte die Laufstrecke überwiegend durch das Ginnheimer Wäldchen, alle Wege waren gut mit weißer wetterfester Kreide markiert. Wenn man den Sportplatz wieder erreicht hatte, mußte man eine ganze Runde auf der Tartanbahn drehen – unterbrochen vom Stop bei den nach Startnummern sortierten Fahrrädern. In der Wechselzone darf man nicht aufsitzen, also schiebt man sein Rad den restlichen Weg über die Laufbahn. Wie sich rausstellte, ist das eine gute Strecke, um den vom schnellen Laufen hohen Puls soweit in den Griff zu bekommen, daß das Radfahren nicht anfangs eine Erholungstour werden muß. Das Stadion verlassen durfte nur, wer seinen Helm nicht nur auf dem Kopf, sondern auch noch geschlossen hatte und unter dem Jubel der Zuschauer (vor allem Familienangehörige und die später startenden Startpaßinhaber) ging’s auf die Radstrecke. 7,5 km war diese lang, die Jedermänner mußten sie also 2x durchradeln. Der Wendepunkt für den Start in die nächste Runde war eine Reihe Gartenstühle, die in den verschiedensten Techniken umrundet wurden: vom Faststillstand, teilweise mit Fuß auf dem Boden, bis zum spektakulären „Powerslide“ war wohl alles dabei. An allen strategisch wichtigen Stellen standen Streckenposten, Verfahren war so ausgeschlossen. Die Radstrecke ist teilweise ziemlich eckig, wer nicht zu den Kamikaze-Fahrern gehört, bremst sicher sehr oft ziemlich runter. Allerdings wird man in der 2. Runde doch sehr viel mutiger.. Wieder am Stadion angekommen, muß man schon draußen vor der Tür absteigen und das Rad schieben. Dadurch hat man sich schon wieder an den aufrechten Gang gewöhnt, bis man Rad und Helm an den angestammten Platz stellt und sich zum 2. Mal auf den Weg macht, die Laufstrecke zu erkunden. Wohl dem, der mit denselben Schuhen Rad fährt und läuft... Zum Schluß bleibt noch die Stadion-Ehrenrunde, bevor man ins Ziel läuft und die „Medaille“ aus Lebkuchen umgehängt bekommt. Lange überlebt hat die bei den Wenigsten.. Natürlich wurden durch die morgendliche Verzögerung auch die Startpaßinhaber verspätet auf die Strecke geschickt. Die Runden sind (eigentlich logischerweise) identisch, sie müssen einfach öfter durchrannt und durchstrampelt werden, die Stadionehrenrunde ist auch zwischen Laufrunde 1 und 2 beim Auftakt im Programm. Aufgrund des etwas widrigen Wetters und der matschigen Wege kamen viele mit einer dicken braunen Kruste im Gesicht und auf den Klamotten im Ziel an. Windschattenfahrer (sogenannte Lutscher) sahen wohl am mitgenommensten aus, da Räder mit Schutzblechen eher in der Minderzahl waren. Rennräder sind übrigens völlig ungeeignet für diese Veranstaltung, Mountain- oder Trekkingbikes sind angesagt. Die Startliste vor allem der Startpaßinhaber war illuster. Seinen dritten Sieg beim Nikolausduathlon verzeichnete am Ende Ralf Wodopia aus Mannheim. Dem 68er (Jahrgang) hat’s einmal mehr super gefallen. Seine stärkste Disziplin ist das Laufen, aber Ralf ist Duathlet mit Leib und Seele. Er nahm schon mehrfach an Weltmeisterschaften teil und ist jetzt Duathlon-Nationaltrainer. 1:09:29 h brauchte er für die insgesamt 30 km zu Fuß und Rad. Ihm folgte nach insgesamt 1:10:33 h der Oberurseler Christoph Heubel, der für das Team des Frankfurter Laufshops unterwegs war. Christoph war beim Ironman Frankfurt 2003 der beste deutsche Amateur und Sieger der M30. Aufs Treppchen kam mit 1:12:02 h außerdem Rainer Kühn aus Hattersheim, der amtierende Hessische Duathlonmeister in der M40. Rainer kommt ursprünglich vom Radfahren, war mal A-Lizenz-Fahrer und Mitglied im Hessenkader. Sein Ziel war heute, unter den ersten 10 zu landen, was ihm mehr als deutlich gelungen ist. Dabei war er in der dritten Radrunde noch durch eine runtergefallene Kette gehandicapt, die er während der Fahrt noch mit der Hand erfolglos wieder auf einen anderen Kranz zu hieven versuchte. Bei den Frauen lag ganz eindeutig Nicole Best vorne. Die Siegerin des 15 km-Laufs in Rüsselsheim am letzten Samstag (Bericht im LAUFREPORT) hat gar kein eigenes Mountainbike und mußte sich eins von ihrer Freundin leihen – die zuvor mit demselben Rad bei den Jedermännern am Start war. Nicole kam über die gesamte Distanz nicht in die Clickpedale, trotzdem konnte ihr keine Konkurrentin folgen. Nicole kommt eigentlich vom Gehen, war 1999 Deutsche Meisterin im 10.000 m Bahngehen und dieses Jahr Hessenmeisterin über 5.000 m. Inzwischen taucht sie aber mehr und mehr in die Triathlonszene ein, war 2003 z.B. 6. beim Ironman in Klagenfurt. Ihr größer Fan ist ihre Mutter, die all’ ihre Erfolge und Titel aus dem FF aufsagen kann. 1:18:25 h war ihre Siegerinnenzeit am heutige Tag. Mit 1:26:57 h kam Ulrike Simons aus Rüsselsheim über 8 min und 52 Gesamteinlaufplätze hinter Nicole ins Ziel. Ihre Vereinskameradin Edith Heinrich folgte ihr 48 sec. später quasi auf den Fuß, zwischen den beiden kamen nur 3 Männer ins Ziel. Erfolgreichste Jederfrau war Doris Freise von passtschon98. Trotz ihrer Fußprobleme in den letzten Woche kam sie heute sehr gut durch, auch wenn die Anstrengung nach dem Lebkuchenkonsum der letzten Wochen richtig weh tat. Mit 56:52 min blieb sie deutlich unter einer Stunde. Doris hatte sich auf der Strecke einen Kampf mit Simona Seitz-Rau geliefert. Beim Laufen war sie deutlich besser als die Mountainbikerin, die Rennen für das Cube-Team fährt und auch heute supergut gefahren ist. Allerdings konnte sie ihren Radvorteil beim Laufen nicht halten und kam so 4 Gesamtplätze und 41 sec. nach Doris im Ziel an. Der vereinslosen Susanne Eichel reichten 58:38 min locker für Platz 3. Unter 50 min blieb auf der Kurzstrecke einzig Bengt Jäckel vom Team Bikemax, der den Wettkampf mit 49:48 min für sich entschied. Platz 2 ging mit 50:15 min an Guido Flauaus, der damit dem 3., Max Friedrich, gerade mal 6 sec. abnahm. Daß Duathlon auch einfach nur Spaß machen soll und nicht immer alles bierernst genommen werden muß, bewies Lars Spielvogel. Weil er einfach mal mitmachen wollte, aber kein Mountainbike hatte, erstand er kurzfristig am Samstag eins für 50 € auf dem Frankfurter Flohmarkt. Dummerweise verlor das Rad unterwegs auch noch Luft und Lars wurde beim Jedermann-Radfahren zwischenzeitlich von Platz 1 nach dem Laufen bis auf Platz 35 durchgereicht, seiner guten Laufleistung hat er letztlich noch den 23. Gesamtplatz zu verdanken. Ziemlich chaotisch war dann leider der Abschluß dieser eigentlich sehr schönen Veranstaltung (mit übrigens erfreulich moderaten Preisen an der Getränke- und Kuchentheke): die EDV mit dem selbstgestrickten Auswertungsprogramm verweigerte den Dienst und so wurde die Siegerehrung, die ursprünglich lt. Ausschreibung um 14 h beginnen sollte (was sich aber aufgrund der allgemeinen Verschiebungen eh nicht hätte halten lassen), um 16 h komplett abgeblasen. Inzwischen, am späten Abend, liegen die Ergebnislisten vor, die Altersklassen- und Gesamtsieger bekommen ihre Preise und Urkunden in den nächsten Tagen per snailmail, also mit der Post, zugeschickt. Wer ansonsten noch gerne eine Urkunde haben möchte, kann sie sich als pdf-Datei zumailen lassen. Im Internet abrufen kann man die Ergebnisse unter www.triablaugelb.de
für laufreport im November 2003
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